Bürgermeister

 

Die Zeit verfliegt

 

Es ist mir immer eine angenehme Pflicht, am Jahresende ein wenig zu resümieren und nachzudenken, was ich um die Weihnachtszeit in unsere Gemeindezeitung schreibe. Jedenfalls möglichst viel sachliche Information, so habe ich es alle Jahre gehalten. Mir ist aber doch wichtig zu vermitteln, dass Lassing eine vorbildliche Gemeinde ist, in der der Zusammenhalt noch sehr intakt ist und in der es Freude macht, öffentlich tätig zu sein.

 

Anlässlich des 20. Jahrestages des Grubenunglücks hatten wir heuer wieder einen besonderen Medienansturm zu bewältigen. Bei allem Respekt für das öffentliche Interesse habe ich versucht, den Medien zu vermitteln, dass man jetzt dieses Unglück auch einmal ruhen lassen soll und die Bürgerinnen und Bürger von Lassing das Recht auf Ruhe haben. Insbesondere da doch bei jedem neuen Aufwirbeln dieses Unglücks leidvolle Gedanken und Erinnerungen geweckt werden. Wer tiefer in diese Materie eintauchen will  findet ohnedies im Buch der Psychotherapeutin Brigitte Strohmeier „Das Grubenunglück von Lassing“ eine seriöse wissenschaftliche Aufarbeitung dieses für uns schwierigen Themas. Der Filmemacher Alfred Ninaus hat darüber hinaus auch eine zweiteilige Dokumentation gedreht, die als DVD erhältlich ist.

 

Indirekt abgeleitet von diesem Unglück und durch die Erfahrung, dass plötzlich gewisse Infrastruktureinrichtungen (Strom, Licht, Wasserpumpen etc.) nicht mehr funktionieren, habe ich mit dem Gemeinderat vor, ein großes Projekt zum Thema „Sicherheit“ umzusetzen. Internationale Stromnetzbetreiber warnen bekanntlich vor größeren und länger andauernden Stromausfällen. Es ist daher unser Ziel, durch unterschiedliche Einrichtungen (Photovoltaik, Stromgeneratoren, Gerät für mobile Stromerzeugung.  etc.) unsere Basisinfrastruktur vor einem solchen Blackout zu schützen. Zu den Einrichtungen, die wir im Fall des Falles mit Notstrom versorgen wollen zählen Gemeindeamt, Rüsthaus, die Ordination unserer Ärztin, Kläranlage und Pumpenwerk und Kaufhaus.

 

Im Wegebau haben wir mit dem „Steinweg“ und dem „Spiegelsbergweg“ 2018 wieder ein Stück weiter gebracht. Für 2019 haben wir Zusagen für die Ortserneuerung Niedermoos, die wir in zwei Bauetappen umsetzen wollen. Beim neuen Acht-Familien-Wohnhaus werden wir die Müllinsel und die Zufahrt vom Heizwerk zur Volksschule neu gestalten. Zudem investieren wir in eine neue Sieb-Anlage, mit deren Hilfe wir den bereits gestreuten Streusplitt reinigen und wieder verwerten können.

 

Aus Budgetsicht bin ich sehr zufrieden. Wir werden heuer einen kleinen Überschuss erzielen und im außerordentlichen Haushalt - nicht zuletzt dank der besonderen Hilfe über Bedarfszuweisungen durch Gemeindereferent Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer - ohne größere Kreditaufnahme auskommen. Auch im Budget-Voranschlag können wir ohne Schulden zu machen viele Projekte unterbringen.

Besonders zu Dank verpflichtet bin ich dem zuständigen Abteilungsleiter der Gemeindeabteilung des Landes Steiermark, Hofrat Wolfgang Wlattnig, der mir einen vorgezogenen Termin für die Verhandlungen über die Bedarfszuweisungen ermöglicht hat. Denn ich musste mich einige Tage ins Spital begeben und bei diesen Verhandlungen wollte ich doch persönlich dabei sein. Sie wurden mittlerweile erfolgreich abgeschlossen.

 

Mitte November habe ich mich im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Ried im Innkreis einer Operation unterzogen, bei der mir ein Gewächs am Harnleiter und eine Niere entfernt wurden.

Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich meine Amtsgeschäfte noch vor Jahresende wieder vollinhaltlich aufnehmen kann. In groben Zügen bin ich dank der aktiven Vorstandsmitglieder, Gemeinderätinnen und Gemeinderäte und der tüchtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Gemeindeamtes ohnedies immer am Puls der Zeit.

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch und Euren Familien gesegnete Weihnachten und ein glückliches Neues Jahr.

 

 

Euer Bürgermeister

Fritz Stangl