Bürgermeister

 

Liebe Lassingerinnen, liebe Lassinger, liebe Jugend!

 

Am Beginn möchte ich kurz auf die Befragung Leitspital Liezen eingehen: In einem Bürgermeisterbrief der Gemeinden Aigen, Irdning, Wörschach, Stainach und Lassing, haben wir schon Stellung bezogen. Meine persönliche Ansicht zu diesem Thema: Ich will den Ärzten Glauben schenken, die sich für ein Leitspital einsetzen, um so die Versorgung der Bevölkerung im Bezirk Liezen auch in Zukunft abzusichern.

Ich habe bei der Gemeindeversammlung auch meine Befürchtung geäußert, dass, wenn bei der Bürgerbefragung ein Nein herauskommt, uns das gleiche Schicksal ereilt, wie in der B320: Nämlich, dass gar nichts passiert, und das für die nächsten 30 Jahre. Und das ist unseren Kindern und Enkelkindern nicht zumutbar. Wenn das Land uns ein neues Spital bauen will, noch dazu mit erweitertem Angebot, dann sollten wir das - samt der fachärztlichen Nachnutzung der anderen Spitäler - annehmen.

 

Die Schließung der Raika-Filiale kam für mich genau so überraschend wie für alle Gemeindebürger. Wir können die Schließung auch nicht verhindern.

Wir müssen - ob wir wollen oder nicht - mit Veränderungen leben. Das führt uns auch eindeutig vor Augen, dass der ländliche Raum mehr zusammenrücken muss, um seine Zukunft zu erhalten, damit die Jugend auch weiterhin hier eine Lebensgrundlage vorfindet. Die Aufstellung eines Bankomaten ist für drei Jahre gesichert. Bitte benutzen sie diesen Automaten häufig, damit wir mindestens 1500 Abhebungen pro Monat erreichen. Erst bei rund 2500 Abhebungen arbeitete der Bankomat kostendeckend. Die Kostendifferenz soll die Gemeinde bezahlen. Für die ersten Jahre wurde vorerst ein Betrag von 20.000 Euro Seitens der Raika der Gemeinde als Unterstützung für den Bankomatbetrieb zugesichert.

Mir ist unverständlich wie eine Bank, die vor 130 Jahren von Lassingern gegründet wurde, die schwierigste Zeit des ersten und zweiten Weltkrieges überleben konnte, und es in der besten Zeit, die die Menschheit in dieser Region je erlebt hat, nicht mehr möglich ist, wenigstens einen eingeschränkten Schalterdienst aufrecht zu erhalten.

Damit wird natürlich die Situation für die Nahversorgung auch nicht einfacher. Bitte haltet dem Kaufhaus gerade jetzt die Treue. Wenn wir ein Kaufhaus haben wollen, dann müssen wir dort auch einkaufen.

 

Bei der Gemeindeversammlung am 18. März in Anwesenheit von Dr. Karin Salfellner wurde das Thema der zukünftigen Neuregelung des Ärztebereitschaftsdienstes besprochen. Ab 1. April kann der Ärztebereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte außerhalb der Ordinationszeiten unter der Nummer 1450 erreicht werden. Das Rote Kreuz steht unter der Notrufnummer 144 für Notlagen zur Verfügung. Sollten im neuen System Unzulänglichkeiten auftreten, werden alle Bürger ersucht, dies bei der Ärztin oder auf der Gemeinde bekannt zu geben, damit das neue System verbessert werden kann. Es werden zwar zu bestimmten Zeiten zwei Ärzte eingesetzt, doch ob dieses System funktioniert, ist ungewiss.

 

Über die Notstromversorgung von Kläranlage, Gemeindeamt, Kaufhaus, Ordination, Volksschule und Kindergarten wurde bereits berichtet. Die Umsetzung erfolgt bis Sommer und kostet rund 80.000 Euro.

 

Den im Frühjahr aufgekehrten Straßensplitt werden wir in Zukunft mit einer Siebanlage für die Wiederverwendung reinigen und so teure Deponiekosten vermeiden. Die Kosten für die Siebanlage betragen rund 22.000 Euro. Wenn man bedenkt, dass wir eine Tonne Splitt um 14,50 Euro einkaufen und die Deponiegebühr pro Tonne aber 60 Euro beträgt, ist klar, dass sich diese Maschine in kurzer Zeit rechnet.

 

Unsere Spielplätze werden teilweise mit neuen Spielgeräten ausgestattet. 12.000 Euro investieren wir. Auch das wollen wir noch bis Sommer umsetzen.

 

Gegen die Überschwemmungen im Bereich Badesee durch den sogenannten Saugraben werden Sanierungsmaßnahmen gesetzt. Wenn die Finanzierungsverhandlungen planmäßig laufen, werden sich die Kosten von rund 70.000 Euro Straßenverwaltung, Wildbachverbauung und Gemeinde dritteln.

 

Die Verbindungsstraße von der Volksschule zum Heizwerk werden wir gegen Herbst fertigstellen, um das neue 8-Familienwohnhaus, das im Spätsommer eröffnet wird, zu erschließen. Unter anderem ist auch die Verlegung der Müllinsel notwendig. Wir rechnen mit Kosten von rund 100.000 Euro, hoffen aber die Kosten noch senken zu können.

 

Der Neubau des Straßenbau-Teilstücks Ertlbergerweg ab Pension Matlschweiger bachaufwärts bis zur Brücke über den Lassingbach (rund 250 lfm), ist notwendig, da der Zustand sehr schlecht ist. Weil auch keine Oberflächenentwässerung vorhanden ist, ist das Bauvorhaben rund 75.000 Euro teuer.

 

Die Ortsplatzgestaltung Niedermoos mit samt Autobushaltestelle wird ebenfalls noch heuer neu gemacht. Die Kosten des Projektes belaufen sich auf rund 150.000 - 200.000 Euro.

 

Die Ortschronik Lassing soll heuer fertiggestellt und im Oktober vorgestellt werden. Amtsrat Karl Weiss aus Rottenmann, ein sehr erfahrener Mann im Umgang mit der Geschichte von Gemeinden, wird ein interessantes und umfangreiches Nachschlagewerk mit vielen tollen Bildern und Texten präsentieren.

 

Die Neumöblierung in der Volksschule, Teil 2, wird jetzt abgeschlossen und kostete insgesamt 35.000 Euro.

 

Alle Projekte werden vom Land Steiermark mit großzügigen Förderungen unterstützt. Nur ein einziger Kredit in der Höhe von 20.000 Euro für die Finanzierung aller Projekte muss aufgenommen werden. Die Rückzahlung für diesen Kredit erfolgt durch Stromeinsparungen durch die Photovoltaikanlage und wird das Budget nicht belasten. Den Rest den die Gemeinde für alle Projekte aufbringen muss, können wir größtenteils aus Rücklagen und aus dem Budget finanzieren. Insgesamt ist das eine ganz erfreuliche Entwicklung.

 

In diesem Sinn wünsche ich ein schönes Frühjahr.

 

Euer Bürgermeister

Fritz Stangl