Bürgermeister

 

Die Folgen von 60 Jahren „Nichts-Tun“

 

Bereits in den Sechziger und Siebzigerjahren war der Bau der S8 - einer vierspurigen Schnellstraßenverbindung zwischen Tauernautobahn und Pyhrnautobahn - von Liezen bis Radstadt ein Thema. Umgesetzt hat es niemand. Die heutige B320 wurde in den 50igern errichtet und obwohl sich der Verkehr verzehnfacht hat, hat sich außer den Umfahrungen Stainach und Gröbming und zwei Überholspuren nichts verändert. Der Verkehr aber schon.

60 Jahre sind die beiden Staupunkte Liezen und Trautenfels bekannt. In Österreich sind wir bereits als jene Region mit dem am längsten ungelösten Verkehrsproblem bekannt. Das, weil sich die Politik des Bezirkes und die Gemeindepolitiker nicht auf eine Straßenlösung einigen können. Die Folge dieses Nichts-Tuns bekommen nun die Anrainer der Gemeinden entlang der „Ausweichroute Lassing, Aigen, Irdning“ zu spüren. Nicht nur, weil Ortskundige diese Route nutzen, sondern weil die in fast allen Autos und allen Mobiltelefonen integrierten Navigationsgeräte den Verkehr mit Hinweis auf diese „kürzeste“ oder „schnellste“ Route umleiten.

Ich bin mit den Bürgermeisterkollegen bereits im engen Kontakt. Wir werden Maßnahmen setzen. Etwa mit der Erlassung von Geschwindigkeitsbegrenzungen, die dann dazu führen, dass die Navigationsgeräte nicht mehr den Schleichweg über Lassing, Aigen und Irdning als schnellste Strecke anzeigen. Weitere Maßnahmen sind in Diskussion.

 

In unserer Gemeinde Lassing haben wir auch einige wichtige Entscheidungen getroffen. Um konsequent bei Kindergarten und Schule weiter zu modernisieren haben wir im Gemeinderat die Neumöblierung der Schulklassen und zahlreichen Nebenräume in der Volksschule beschlossen. Dafür haben wir 36.000 Euro eingeplant. Dank Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer konnten wir beim Land 25.000 Euro an Bedarfszuweisungen lukrieren.

 

In Treschmitz und Niedermoos fördert die Gemeinde die Grundaufschließung mit Wasser und Kanal für weitere Bauparzellen. In Treschmitz sind es vier, in Niedermoos bei den Holzingergründen 5-6 Bauparzellen.

 

Wie ich schon berichtet habe, erhalten die Feuerwehren Lassing und Döllach neue Fahrzeuge. Lassing ein sogenanntes Berglandfahrzeug, Döllach ein Mannschaftstransportfahrzeug (MTF). Die Feuerwehren habe sehr viel Geld in Eigenleistung aufgebracht, der Rest wird über Landesförderungen und über Gemeindebudget aufgebracht.

 

Ein großes Bauprojekt nehmen wir im Bereich der Schule in Angriff. Um die Sicherheit der Kinder bei An- und Abfahrt der vielen Fahrzeuge zu erhöhen, gestalten wir den Parkplatz der Volksschule neu. Außerdem können wir im Zuge des Projektes auch die Oberflächenwässer aus dem Dorf Lassing, die in Richtung Volksschule und Siedlungshäuser fließt, bändigen. Die Errichtung von Kanal und Sickerschacht samt Park- und Verkehrskonzept kommt auf ca. 100.000 Euro. Das Land unterstützt uns dabei.

Den Geh und Radweg in Heuberg von Schattenberg bis Veitbrücke wird die Gemeinde heuer mit Landesmitteln fertigstellen. Das restliche Stück von der Veitbrücke bis Fuchslucken wird - so hoffen wir - das Land auch zeitnah umsetzen.

Die Umsetzung der Wegevorhaben Steinweg und Spiegelsbergweg sind zwar im Programm aber nicht ganz gesichert.

 

Wir sehen, es wird wieder ein Jahr mit sehr viel Bautätigkeit. Alle erledigten Vorhaben, von denen wir wahrscheinlich an viele gar nicht mehr denken, konnten nur dank der überdurchschnittlichen Hilfe des Landes in Form von Bedarfszuweisungen (BZ) bauen.

Dafür möchte ich LH Hermann Schützenhöfer herzlich danken. Und auch für das Lob durch die Gemeindeaufsicht, die der Gemeinde Lassing attestiert, mit einem Verschuldungsgrad von mageren 1% eigentlich sehr gut dazustehen.

 

Zum Schluss möchte ich noch das Thema Urnenfriedhof aufgreifen, weil es auch ein wichtiges Anliegen ist: Derzeit sind wir von der Gemeinde mit dem Pfarrer und der Friedhofsverwaltung dabei, uns Urnenfriedhöfe in der Steiermark anzuschauen. Schließlich geht es darum, in Lassing eine Lösung zu finden, die sich gut in das denkmalgeschützte Ensemble von Kirche und Kriegerdenkmal einfügt.

 

Euer Bürgermeister

Fritz Stangl